Alle Artikel mit dem Schlagwort: Tübingen

Die neuen Langzeitstudenten

Die Regelstudienzeit für geisteswissenschaftliche Bachelorstudiengänge liegt bei sechs Semestern. Doch drei Jahre reichen nicht, um wertvolle Berufspraxis zu sammeln. Immer mehr Studierende müssen die Regelstudienzeit überschreiten, um den Einstieg in die Arbeitswelt zu schaffen.   Der typische Langzeitstudent wählt grün, engagiert sich im AStA und fährt oft Fahrrad. Die Abende verbringt er in verrauchten Bars oder WG-Küchen, bei philosophischen Diskussionen mit seinen Freunden. Das Seminar morgens um elf lässt er sausen. Viel zu früh! Er hat sich eh kürzlich überlegt, das Fach zu wechseln – nochmal. Dieses Klischeebild eines Langzeitstudenten stammt aus der Zeit vor der Bologna-Reform. Die Studenten von heute studieren auf Bachelor statt Magister. Das Studium ist verschulter, die Flexibilität von damals fehlt. Anstelle von Scheinen sammelt man jetzt ECTS-Punkte. 180 sind es in der Regel bis zum Bachelorabschluss, 30 pro Semester. Laut einer Pressemitteilung des statistischen Bundesamtes schafften es im Prüfungsjahr 2012 jedoch nur knapp 40 Prozent der Studierenden, ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit abzuschließen. Die Gründe sind vielfältig: zeitintensive Nebenjobs, chronische Krankheiten oder Behinderungen, familiäre Verpflichtungen. Doch ein Teil der Studierenden …

Bob Dylan – von Blues und schwäbischem Regenschutz

An einer Bushaltestelle in Tübingen schnappt eine Frau auf, dass über Bob Dylan geredet wird. Sie fängt an zu wettern: „Das Konzert muss ja peinlich gewesen sein. Der war vielleicht früher gut, aber jetzt?! Kommt da auf die Bühne, ohne `Hallo´ und `Auf Wiedersehen´ zu sagen. Sowas braucht wirklich keiner! Spielt genau 2 Stunden!! Eine Frechheit ist das! Und dann soll es ja auch noch so geregnet haben…“. Nach dem besagten Bob Dylan Open-Air-Konzert gingen zahlreiche Beschwerden beim örtlichen Konzertveranstalter Koko & DTK Entertainment ein. Man empörte sich – der Regen sei nass und kalt gewesen, man habe nichts gesehen, da die Bühne in einer Senkung lag, Regenschirme die Sicht versperrten und es (auf Wunsch des Künstlers) keine Leinwandübertragung gegeben hatte. Die Unzufriedenheit über das Bob Dylan-Konzert schien sich mit einer ähnlich stoischen Solidarität wie die Stuttgart 21-Wut zu verbreiten. Man hatte scheinbar Anderes erwartet. Oder vielleicht zumindest gehofft, dass Wetterflugzeuge mit Silberjodit auf Wolken schießen und für einen trockenen Himmel sorgen würden, so wie das in China bei wichtigen Anlässen gemacht wird. Zunächst drängt …