Fortsetzung folgt..., Leo goes elefunds

Eine Medaille hat immer zwei Seiten.

Teil 3 (hier gehts zu Teil 1 und 2)

So, Berlin!

Dein großes Herz schlägt wild und lacht

es spielt im Beat der süchtig mach

ich kann dich spürn als wärst du hier

(Mark Tarmonea)

Sei wer du bist in aller Vielfalt und Energie. Das mag sich für den ein oder anderen bestimmt total alternativ, übertrieben oder auch idealistisch anhören. Aber wer morgens mit einem solchen Lächeln aufwacht wie ich, darf das alles auch gerne sein – finde ich.

Die Arbeit für elefunds hat sich als viel zeitintensiver herausgestellt als geplant. Die Arbeit für elefunds hat sich als ganz anders herausgestellt als ich es mir vorgestellt hatte. Die Arbeit für elefunds hat mich in ganz andere berufliche Gefilde geführt als erwartet.

Es ist großartig.

Ungeplante Erfahrungen sind wohl die intensivsten. So viele abzuarbeitende Punkte stehen auf meiner täglichen To-Do Liste, dass ich manchmal gar nicht weiß wo ich morgens anfangen soll um jeden Punkt bis abends abhaken zu können. (Das funktioniert nie.) Aber dennoch fange ich unaufhörlich wieder an, hangle mich von einem Punkt zum nächsten. Ich verschwinde in meiner Arbeit ohne zu merken, dass die Mittagszeit schon vorbei ist und ich ja eigentlich auch mal wieder schrecklich pinkeln muss.

Ungeplantes Glück kommt unverhofft und ist doch so wunderschön. Ich muss zugeben, dass ich mit meinem Chef Tim und allen Kollegen ein starkes, direktes und herzliches Team hinter mir stehen habe, das mir die Motivation gibt jeden Tag den Kampf gegen die To-Do- Liste wieder aufzunehmen.

Vor einigen Tagen fragte Tim mich was ich in meinen ersten vier Wochen bei elefunds gelernt habe?

  1. Organisation
  2. Kommunikation
  3. Improvisation
  4. Immer einen kühlen Kopf zu bewahren
  5. Hab Spaß und lächle.

So Berlin, zeig mir was das Leben kann!


Ach, Berlin!

Guten Morgen Berlin
du kannst so häßlich sein
so dreckig und grau
Du kannst so schön schrecklich sein
deine Nächte fressen mich auf

(Peter Fox)

Auch diese Worte hänge ich mir an die Haustür.

Als Berlin „Anfänger“ kann man einiges falsch machen. Neukölln? Vollkommen okay. Erdgeschoss? Ganz schlechte Idee. Da liegt man im Bett schaut sich Sonntag abends eine tolle Schnulze an und denkt an nichts Schlimmes. Und auf einmal hat man ein kleine Herde alkoholisierte Halbstarke -gefühlt- direkt neben dem eigenen Bett stehen. Angefangen mit leichtem Klopfen an der Fensterscheibe (welche nur 50 cm vom Bettkopf entfernt ist), über leichte Beschimpfungen, bis zu einer runtergerissenen Jalousie und lautstarken Forderungen die Türe zu öffnen oder sie kämen auch von alleine rein.

Was macht man da? Ich hab mich für vollkommene Ignoranz entschieden. Das heisst da liegen, auf den Bildschirm starren und versuchen das Herz nicht aus der Brust hüpfen zu lassen.

Mein unagekündigter Besuch kam und ging in unregelmäßigen Abschnitten in derselben Nacht. Dementsprechend war auch mein Adrenalinpegel, der mit Muskelkater im Nacken und den Rippen auch am nächsten Tag noch Spuren hinterließ. Die Stimmung war montags dementsprechend schlecht, dennoch hab ich immer an Punkt 4 gedacht – Immer eine kühlen Kopf zu bewahren.

Der Besuch kam bisher nicht wieder – glaube ich. Mein kleiner Koffer verfolgt mich entweder durch die Republik aufgrund der Arbeit für den WWF Deutschland oder er bekommt Herberge im Prenzlauer Berg. Bei meinem Glück ist Tims Mitbewohner nicht da, sodass ich das Zimmer oft in Beschlag nehmen darf.

Und als Kirsche auf dem Glück wohnt im Zimmer nebenan ein Mädchen, das auf dem selben Beat tanzt wie ich.

Ich bin mir darüber bewusst, dass ich meine Medaille nur mit beiden Seiten bekomme. Aber solange die eine Seite so schön glänzt, darf die andere auch gerne ein paar Macken haben.

I’ll keep you posted!