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Bob Dylan – von Blues und schwäbischem Regenschutz

An einer Bushaltestelle in Tübingen schnappt eine Frau auf, dass über Bob Dylan geredet wird. Sie fängt an zu wettern: „Das Konzert muss ja peinlich gewesen sein. Der war vielleicht früher gut, aber jetzt?! Kommt da auf die Bühne, ohne `Hallo´ und `Auf Wiedersehen´ zu sagen. Sowas braucht wirklich keiner! Spielt genau 2 Stunden!! Eine Frechheit ist das! Und dann soll es ja auch noch so geregnet haben…“. Nach dem besagten Bob Dylan Open-Air-Konzert gingen zahlreiche Beschwerden beim örtlichen Konzertveranstalter Koko & DTK Entertainment ein. Man empörte sich – der Regen sei nass und kalt gewesen, man habe nichts gesehen, da die Bühne in einer Senkung lag, Regenschirme die Sicht versperrten und es (auf Wunsch des Künstlers) keine Leinwandübertragung gegeben hatte. Die Unzufriedenheit über das Bob Dylan-Konzert schien sich mit einer ähnlich stoischen Solidarität wie die Stuttgart 21-Wut zu verbreiten. Man hatte scheinbar Anderes erwartet. Oder vielleicht zumindest gehofft, dass Wetterflugzeuge mit Silberjodit auf Wolken schießen und für einen trockenen Himmel sorgen würden, so wie das in China bei wichtigen Anlässen gemacht wird. Zunächst drängt …

„Your Net“ 2015 = „Your Sex“ 2015?

Bei der „Your Net“- Konferenz soll vor allem jungen Mediennutzern ein verantwortungsbewusster und selbstschützender Umgang mit dem Internet vermittelt werden. Es geht darum, Fragezeichen zu löschen und viele Ausrufezeichen rund um die Themen Datenschutz, Medienrecht, Internetsucht etc. zu hinterlassen. Diese kostenfreie Tagung wird  in unregelmäßigen Abständen vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) veranstaltet. Die gemeinnützige Gesellschaft (GmbH) wurde im Jahr 2011 von der Deutschen Post AG und dem damaligem Gründungsschirmherrn Bundespräsident Joachim Gauck, mit dem ausdrücklichen Ziel vertrauliche und sichere Kommunikation im Internet zu fördern, gegründet. Das hört sich erstmal ziemlich zäh an. Genau das Gegenteil war der Fall!

Hempmade – mit Hanf zu mehr Transparenz in der Textilindustrie

Nepal. Bei diesem Stichwort denken wir seit Anfang des Jahres leider nicht mehr nur an exotische Tempel, hohe Berge und bunte Gebetsfahnen, die im Wind wehen. Die Schreckensbilder nach den verheerenden Erdbeben werden uns alle noch lange begleiten. Viele von uns haben damals für die Erdbebenopfer Geld gespendet, um die Versorgung mit Lebensmitteln und den Wiederaufbau der zerstörten Häuser zu beschleunigen. Doch auch vor dieser Katastrophe war Nepal kein besonders reiches Land. Vor allem Bauern, die in abgelegenen Teilen der Gebirge wohnen, haben oft keine Aussicht auf eine selbstständige Zukunft und sind angewiesen auf die immer geringer werdenden Erträge aus Landwirtschaft und Viehzucht. Um auch in diesen Gebirgsregionen den Fortschritt voran zu treiben und den Menschen die Möglichkeit auf Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu bieten, vergeben viele Organisationen sogenannte Mikro-Kredite. Mit ihnen können sich die mittellosen Bauern den Traum eines eigenen Gewerbes erfüllen. So entstehen zum Beispiel in Eigenregie Nähereien, Lebensmittelläden oder Rikscha-Unternehmen. Mit Regen fing alles an Vom Ergebnis solcher Mikro-Kredite profitiert auch Hempmade. Hempmade, das sind Rucksäcke aus Hanf, handgefertigt von Bewohnerinnen einer abgelegenen …