Jahr: 2015

Es war einmal ein Land…

… das unter dem Namen „Jugoslawien“ eine vielfältige Mischung aus Kulturen, Religionen und Mentalitäten subsumierte. Heute existiert es nicht mehr. Die bis dato zahlreich ausgetragenen Konflikte fanden Eingang in die Kunst und Architektur und wurden auf außergewöhnliche Art memoriert. Architektur gegen das Vergessen In den Jahren zwischen 1960 und 1980 gab der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito mehrere Monumente bei Architekten in Auftrag, um den Opfern des Faschismus Tribut zu zollen. Diese sind über das gesamte Territorium Ex-Jugoslawiens verstreut und wurden an abgelegenen Stellen in freier Natur platziert. Sie muten surreal, futuristisch und mystisch an und erscheinen wie Schauplätze hybrider Phantasiewelten, in denen Raum und Zeit implodieren. Die Erbauer entschieden sich für eine symbolische Sprache, die frei von nationalen, religiösen oder politischen Färbungen und für eine möglichst viele Menschen verständlich sein sollte.

030 war gestern, ist heute und bleibt morgen

Teil 4 (Hier gehts zu Teil 1, 2 und 3) Ich kann mich noch daran erinnern wie ich mich im frühen Sommer zu meiner Liebelings-Elisa umgedreht habe und  sagte: „Ich hoffe, dass ich in Berlin eine kleine Sommerliebe finde.“ Man macht sich immer Gedanken, wenn man einen weiteren großen Schritt im Leben geht. Wie wird das wohl sein? Werde ich den Aufgaben gerecht? Werde ich einen guten Eindruck hinterlassen? Werden mir die Stadt und die Arbeit gefallen? Learning Nr. 1: Lass das Leben auf dich regnen. Learning Nr. 2: Wem hilft´s? Learning Nr. 3: Du bist das Spiegelbild deines Gegenüber. Also lächle. Learning Nr. 4: Hast du ein gutes Team an deiner Seite kannst du alles erreichen. Learning Nr. 5: Einen Fehler zu machen ist vollkommen in Ordnung, solange du ihn nur einmal machst und dann daraus lernst. Ich habe in den letzten Monaten unglaublich viel gelernt. Ich hatte das große Glück eine Arbeit zu finden die sich nicht nach Arbeit anfühlt, auch wenn die Stunden endlos sind und ein Sonntag grundsätzlich nicht ohne beantwortete Emails …

Narkotika und Jubilus

Erwachsene Menschen stehen dicht an dicht. Sie tragen „Kutten“ – abgetragene Jeanswesten mit Aufnähern ihres Vereins. Berauscht vom Gemeinschaftsgefühl und narkotisierenden Alkoholika verfallen sie in einen kollektiven Singsang,  die Schals um den Hals, jederzeit bereit, ein Schalspann-Ritual durchzuführen. SCHALALALALAAAAAAAA! Bier, Menschen, Reliquien, Umarmungen, Erbrochenes, Verbrüderung, lachende Gesichter, weinende Männer, Pöbeln, Grölen, große Euphorie – all das ist Fußball. Doch diese assoziative Charakterisierung wird der Sportart nicht gerecht. Fußball ist Kulturgut und Medizin gegen die Unerträglichkeiten des menschlichen Daseins; Heldenreise und Karthasis; eine universelle Sprache und Instrument der Integration und gleichzeitig der Grund für diverse Platzwunden, Alkoholvergiftungen und gebrochene Rippen. Die meisten Kämpfe werden jedoch stellvertretend von der Mannschaft auf dem Spielfeld ausgetragen und die Zahl der Verletzten ist, im Verhältnis zur Größe der Veranstaltung, relativ gering. Mit Emotionen wird beim Fußball nicht gegeizt, Herzblut wird im großen Stil investiert: Aufopferung, Treue und Kasteiung für den Verein sind eine Selbstverständlichkeit – in guten wie in schlechten Zeiten.

Redaktions-Fundstücke im September

Mit Musik durchs Herbstlaub Elisa: Nicht neu, aber immer wieder schön anzusehen und anzuhören. It´s nothing as it seems. Und wer könnte einer Band wiederstehen, die sich Aale nennen? Leo: Dieses Lied bringt mich in stressigen Situationen immer wieder runter. Augen schließen, durchatmen, bis 10 zählen und auf einmal merkt man, dass alles Sinn macht. Bunte Bilder für graue Tage Jo: Ist zwar schon über fünf Jahre alt, aber trotzdem noch einer der innovativsten Werbespots: Er integriert den Zuschauer ins Geschehen und beleidigt ihn dabei auch noch. Trotzdem und obwohl man weiß, dass man sich von Werbung eigentlich nicht beeinflussen lassen sollte, möchte man irgendwie wissen, wie Old Spice denn nun eigentlich riecht. Kato: Mr. Robot: Der menschenscheue Elliot ist Mitarbeiter einer IT-Sicherheitsfirma bei Tag, taltentierter Hacker bei Nacht. Eines Tages wird er von einer Hackergruppe kontaktiert – ihr Ziel ist kein geringeres als eine Revolution. Vielversprechender Plot, viele „WTF?!„-Momente und unerwartete Wendungen im Verlauf der ersten Staffel. Definitiv sehenswert! Elisa: Ich lache selten, wenn etwas lustig sein soll, aber Das Orakel von Selfie ist …

Du bist das Spiegelbild deines Gegenübers

Morgens aufgewacht und irgendwie hat man das Gefühl, dass der kommende Tag einfach nichts wird. Die Sonne scheint nicht prachtvoll genug, die Vögel nerven total mit ihrem Rumgesinge. Eigentlich hatte man sich nichts anderes vorgenommen, als den Tag mit einem guten Buch im Park zu verbringen, da stellt man fest, dass das Buch einfach nur kacke ist –anscheinend kann nichts die Mundwinkel dazu bringen, sich nach oben zu heben. Die maulige Verkäuferin in der Bäckerei verbessert die Stimmung nicht wirklich, der Typ der gerade vorbeilief gab einem das Gefühl, dass man diese Hose besser nicht hätte anziehen sollen und durch den Prof in der Uni lernt man sehr geduldig zu sein… Der Kaffee zu heiss, der Kuchen zu teuer und irgendwie ist die Schnalle von Kellnerin zu den anderen Gästen viel netter als zu einem selbst. Ha! Dann bekommt sie eben auch nur kurze, blaffende Antworten. Trinkgeld? Vergiss es! Dafür bekommt man dann auch kein Tschüss. Den Laden betritt man ganz bestimmt nie wieder!   At worst I feel bad for a whole But then …

Redaktions-Fundstücke im August

Lesestoff für die Hängematte Elisa empfiehlt euch das Buch „Makarionissi“ von Vea Kaiser. Wieso, sagt sie euch am besten selbst: „Ich habe das Buch so gierig verschlungen wie ein Betrunkener den lang ersehnten Döner nach einer Partynacht. Wunderbar geschrieben. Das Leben schillert in dieser Geschichte in all seinen Facetten.“ Wer sich jetzt schleunigst diesen literarischen Döner gönnen will, kann das hier tun.  Das transform Magazin ist seit Jahren die erste Zeitschrift, für die Bianca Geld ausgegeben hat. Und das hat sich gelohnt. Finanziert durch crowdfunding schreiben junge Redakteure zu relevanten, interessanten Themen – und das mit wunderschönem Layout. In der ersten Ausgabe geht’s um alle Facetten und die Zukunft von Arbeit. Wer lieber digital schmökert, ist dank Kato gut beraten. Sie empfiehlt diesen Artikel  auf Impressionista. Darin schreibt die Bloggerin Christina über den Berufsanfang nach der Uni als Geisteswissenschaftler. Aktuell nimmt sie das Unwort „Beschäftigungsfähigkeit“ auseinander. Sehr witzig fand Kato außerdem die Kaffeefahrt, die die Mädels von Endemittezwanzig ins tschechische Marienbad unternommen haben. In einem Bus voller Rentner, mit Helene Fischer aus den Bordlautsprechern. Zum Artikel …

Kurzfilm “ „

  Zwei sich fremde Menschen. Eine Nacht, wenige gemeinsame Stunden. Wortlose Blicke, die das Gegenüber erkunden, abtasten. Neugierig, zuerst zurückhaltend, dann immer vertrauter.    

Wo die Neurosen blühen – im Garten der Gene

Desoxyribonukleinsäure – die Zauberformel unserer menschlichen Existenz. Das Rezept nach dem Menschen gemacht werden, sobald sich die beiden wichtigsten Grundzutaten vermischt haben. Ein bisschen Intelligenz, ein bisschen Haut- und Haarfarbe, ein bisschen Suchtneigung, Erbkrankheit und eine Prise Sommersprossen vielleicht. Nach Belieben zur Garnitur noch ein paar „Worrier“ oder „Warrior“- Gene für die besondere Note. Diese Gene entscheiden darüber, ob das Ergebnis robust und pragmatisch wird oder eher depressiv und lethargisch angehaucht ist. Fertig! Einmal Mensch. Manche sehen darin die göttliche Schöpfung, andere nennen es DNS bzw. DNA – Biomoleküle, aus denen jedes Lebewesen und bestimmte Virenarten bestehen, Träger der unabänderlichen Erbinformationen. Schicksalhaft eingebrannt und dennoch von Zeit zu Zeit mit unvorhergesehenen Überraschungen gespickt. Unsere DNA besteht aus den Basen Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. Vier Buchstaben – A T G C – in verschiedenen Varianten und Variationen entscheiden darüber, zu welchem Zeitpunkt wir Menschen wachsen, in die Pubertät kommen, krank werden, Locken oder andersfarbige Augen bekommen. Unsere DNA ist eine wunderbar verzweigte, hochkomplexe Bau- und Psychoanleitung. Noch ist sie ein faszinierendes und persönliches Geheimnis. In …

Welcome to Berlin!

Teil 2 (hier gehts zu Teil 1) Die erste Woche im heißen Berlin habe ich geschafft. Schon jetzt habe ich mein Lieblingscafé gefunden, in dem ich mir – hin und wieder – einen großartigen schwarzen Kaffee schmecken lasse. Auch jetzt sitze ich wieder hier drin, Berlin hat sich wieder auf ca 38 Grad aufgeheizt, mein CousCous-Salat ist schon aufgegessen und ich mache mir Gedanken über die letzten sieben Tage. Ach, Berlin, du kannst so hässlich sein! Nach einer endlos langen Fahrt vom Neckar zur Spree habe ich am Sonntag erstmal versucht, mich in meiner neuen Heimat Neukölln zurechtzufinden. Kulturschock wäre zu viel gesagt, aber den ein oder anderen entgleisten Gesichtsausdruck hatte ich ganz bestimmt. Menschen, die mit Hunden rumknutschen, sieht man ja auch doch nicht alle Tage. Die S- und U-Bahnen warten fast genau vor meiner Haustür auf mich, deswegen ist es auch kein Problem, den roughen Charme von Neukölln gegen die trendy Seiten Kreuzbergs, oder durch das friedliche Herz Friedrichhains einzutauschen. elefunds – Es geht los! Sonntag Nachmittag. Nach einem kleinen Umweg (ca. 1h :)) …